Darmfunktionsuntersuchungen
Darmspiegelung?
Standard der Magen-Darm-Diagnostik sind die Magen- und Darmspiegelung. Diese beiden Untersuchungen halte ich in den Händen eines guten erfahrenen Gastroenterologen für recht harmlos und natürlich außerordentlich wichtig, um sich einen Überblick über die "Anatomie vor Ort" zu machen. Polypen, Entzündungen und auch Krebserkrankungen des Magen/Darmes können durch solch eine Spiegelung mit großer Sicherheit entdeckt werden.
Leider wird mit einer Magen- oder Darmspiegelung nur selten eine Abklärung von funktionellen Darmbeschwerden erreicht, hier haben die Methoden ihre Grenzen.
Aber gerade PatientenInnen mit funktionellen Darmbeschwerden und einem häufig langen Leidensweg werden dann oft zu Unrecht als "Reizdarm-PatientenIn" abgestempelt und in die „psychosomatische Schublade“ gesteckt. Dabei sind Erkenntnisse über die Funktion des Darmes schon lange bekannt, F.X. Mayr und andere Therapeuten haben da sehr gute Erkenntnisse gebracht.
Erkrankungen, die mit Störungen der Darmfunktion einhergehen:
In unserer Praxis wird sehr viel Wert auf Diagnose und Therapie von Darmfunktionsstörungen gelegt. Für mich ist der mögliche Zusammenhang einer gestörten Darmfunktion/ flora und dem Auftreten von Erkrankungen sehr wichtig, da die entsprechende Behandlung sehr häufig schon schnell deutliche Verbesserungen erkennen lässt.
Folgende Erkrankungen innerhalb und außerhalb des Darmes können auftreten:
Erkrankungen innerhalb des Darmes Darminfektionen, funktionelle Darmstörungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, anatomisch bedingte Darmerkrankungen, Darmerkrankungen durch eine gestörte Immunfunktion, Darmerkrankungen durch Therapien
Erkrankungen außerhalb des Darmes Harnwegsinfektionen, Pilzerkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane (Vulvovaginalmykose), Gelenkserkrankungen (Arthrose, Arthritis), Lebererkrankungen (z.B. hepatische Enzephalopathie), gestörte Immunreaktionen, v.a. der Schleimhäute u.v.a.m.
Untersuchungen
Es gibt sehr gute und aufschlussreiche Laboruntersuchungen aus dem Blut bzw. aus der Stuhlprobe. Damit lassen sich sehr gute Aussagen über die Funktionsfähigkeit des Darmes machen. Z.B. besteht bei einer Fehlfunktion des Darmes aus welchen Gründen auch immer die Gefahr, dass es zu einem s.g. "leaky-gut-syndrom" kommt. Was ist das? Durch chronische Entzündungsreize in der Darmschleimhaut werden die makroskopischen Verbindungsbrücken zwischen den einzelnen Zellen immer größer mit der Folge, dass mehr und mehr unverdaute Speisereste den Weg in den Organismus finden. Normalerweise verhindert ein gesunder Darm, dass Speisereste ab einer bestimmten Molekülgröße durch die Darmwand in den Organismus gelangen und dort starke immunologische Reaktionen auslösen. Dieses kann sehr gut mittels geeigneter Laboruntersuchungen getestet werden.
Laboruntersuchungen
Durch Blutuntersuchungen kann man feststellen, ob Krankheitsursachen auch im Darm zu finden sind. Immunologische Abweichungen haben sehr häufig ihren Ursprung in einer gestörten Darmfunktion.
Es gibt auch geeignete Marker für den Darm, die mir Hinweise geben, ob der Stoffwechsel des Darmes aus der Balance geraten ist und möglicherweise in Zukunft die Gefahr der Entwicklung eines Darmkrebses besteht.
Bekannt sind viele Ursachen einer gestörten Darmfunktion, die vielfältige Auswirkungen haben können.
Untersuchung der Stuhlflora
Eine Stuhlfloraanalyse ermöglicht Rückschlüsse auf den Zustand der Darmflora. In der Regel kann bei Normalbefunden auf eine intakte Mikroflora geschlossen werden. Ein verminderter Nachweis obligater oder ein vermehrter Nachweis passagerer Keime deuten hingegen auf gestörte Floraverhältnisse hin.
Floraanalysen stellen einen wichtigen Summenparameter dar, der die Gesamtheit aller Einflussfaktoren auf den Darm widerspiegelt. Veränderungen innerhalb der Darmflora sind nicht erkrankungsspezifisch, ihr Ausmaß lässt jedoch Rückschlüsse auf den Schweregrad der zugrundeliegenden Störungen zu. Florauntersuchungen eignen sich daher im Besonderen als Verlaufskontrolle bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder Erkrankungen deren Ursachen u.a. im Bereich des Darmes zu suchen sind (z.B. Neurodermitis).
Die Darmflorauntersuchung ist neben den spezifischen Parametern, die noch erwähnt werden, sinnvoll bei vielen Erkrankungen, z.B. bei vielfältigen Magen-Darm-Störungen wie Blähungen und Verstopfung, Diabetes mellitus, Burn-out, Allergie, Fibromyalgie und auch bei Krebs. Immer ist bei den Erkrankungen zu fragen, spielt das Immunsystem da eine Rolle, und wenn ja, ist sicherlich auch der Darm daran beteiligt. Denn: ca. 70 bis 80% aller Immunzellen befinden sich im Darm (in den so genannten Peyer´schen Plaques) bzw. werden dort auf ihre Aufgaben im Organismus trainiert!




