Tumor
03.03.2009
Zelluläre Atemnot beschleunigt Tumorwachstum
GRAZ (eb). Grazer Forschern ist ein kleiner Durchbruch in der Krebsforschung gelungen. Sie haben herausgefunden, dass eine verminderte Zellatmung zur Entstehung und dem Wachstum von Tumoren beitragen kann.
Nachgewiesen haben das die Wissenschaftler um Professor Frank Madeo und Dr. Christoph Ruckenstuhl anhand der Bäckerhefe. Hefezellen seien mit jenen des Menschen gut vergleichbar, erklärt Madeo. Vor allem beim Zellwachstum gebe es viele Ähnlichkeiten. Ruckenstuhl und Madeo konnten zeigen, dass eine reduzierte Zellatmung die Apoptose vermindert und die Zellen unkontrolliert überleben lässt. Sie folgern daraus, dass dieser Effekt entscheidend zur Tumorbildung und Bösartigkeit von Tumoren beitragen kann. (PLoS ONE, 4, 2009) Mit ihrer Entdeckung konnten die Grazer Forscher auch den sogenannten Warburg-Effekt beweisen. Der Biochemiker Otto Warburg (Nobelpreis für Medizin 1931) beschrieb bereits in den 1920er-Jahren, dass ein maßgeblicher Anteil der Energie in Krebszellen durch einfachen Zuckerabbau generiert wird. Gleichzeitig wird dadurch die Zellatmung vermindert.
Eine erhöhte Zellatmung hingegen hemmt das Wachstum von Tumoren.
Madeo verweist auf eine bekannte Tatsache: "Interessanterweise ist Ausdauersport eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Krebs." Denn dabei werde sowohl die Sauerstoffversorgung des Körpers erhöht, als auch Zucker verbraucht. Der Warburg-Hypothese zufolge ist beides Gift für jede Krebszelle.
(Quelle: aerztezeitung.de)



